Geschichte
Ins Leben gerufen wurde die Kapelle durch den damaligen Oberlehrer Josef Margreiter. Am 09.06.1901 stand die 15 Mann starke Besetzung der Kapelle dann endgültig fest. Fehlende Musikinstrumente wurden umgehend bestellt und regelmäßige Proben abgehalten. „Aller Anfang ist schwer und die Häuser von Mäusen leer“, schrieb Margreiter über die anfängliche Probenarbeit. Die erste Ausrückung erfolgte am Weißen Sonntag 1902 zur Erstkommunion. Anlässlich der Firmung im Juli 1902 spielte die Kapelle bereits 4 Märsche, und zwar wiederholt, so dass der Hochwürdige Herr Erzbischof scherzhalber feststellte: „Diese Märsche werde ich mir zeitlebens auswendig merken“. Ende 1907 übernahm dann Peter Höllbacher, Vorderreitbauer, die Leitung der Kapelle. In den Kriegsjahren kam es leider zum völligen Stillstand. Das 25-Jahr-Jubiläum wurde mit einjähriger Verspätung erst 1927 gefeiert, dafür aber mit der ersten Marketenderin Susanne Walkner („Sag Sani“). Rupert Rieger, ein besonderes musikalisches Talent, wurde im Jahre 1937 Kapellmeister. Durch die Einberufung der Musiker zum Militärdienst in den 2. Weltkrieg erlitt die Musikkapelle einen schweren Rückschlag. 1951 erreichte die Kapelle beim Leistungswettbewerb in Golling unter 17 Kapellen den dritten Platz. Im selben Jahr, zur Feier des 50. Jubiläums, präsentierte man sich das erste Mal in einer einheitlichen Tennengauer Tracht. Weitere Neueinkleidungen folgten in den Jahren 1967, 1981 und 2001. 1955 gelang es, als erste Musikkapelle des Tennengaues eine Neuinstrumentierung um rund 31.000,– ÖS durchzuführen, finanziert mittels Eigenleistung aus der Vereinskassa und einer vorgestreckten Summe der Gemeinde.
Überraschend legte Rupert Rieger 1964 seine Funktion als Kapellmeister zurück Kapellmeister Stellvertreter Leo Auer sprang für die Übergangszeit ein. Unter der Obmannschaft von Wolfgang Wallmann übernahm Kapellmeisterkurs-Absolvent, Trompeter und Klarinettist Andreas Rieger 1965 die musikalische Leitung der Musikkapelle. Unter seiner Leitung wurde 1983 der erste Tonträger aufgenommen und die Kapelle bezog 1986 ein eigenes Probelokal. Rieger übergab nach 27 Jahren erfolgreicher Kapellmeistertätigkeit den Taktstock 1991 an Josef Fuschlberger, der entschlossen für die Pflege und Erhaltung bestehender Tradition innerhalb der Kapelle eintrat, sich aber auch offen für Neues zeigte.
Das Jubiläumsjahr 2001 unter Obmann Josef Weißenbacher stand ganz im Zeichen der CD-Präsentation „Für ein Jahrhundert“, der Neueinkleidung sowie der Erstellung einer Festschrift. Ein dreitägiges Jubiläumsfest im Mai war der Höhepunkt dieses Festjahres. Rupert Rieger folgte im Jahr 2005 Josef Fuschlberger als Kapellmeister nach. Um bestmögliche Probenarbeit zu ermöglichen, wurde 2011/12 unter Obmann Martin Wallmann das Probelokal im Gemeindezentrum vergrößert, akustisch neu gestaltet und mit modernen Hightech-Anlagen ausgestattet. Beim Cäciliakonzert 2013 übernahm Lukas Schilcher die musikalische Leitung. Von 2016 bis 2020 leitete Sophie Gruber die musikalischen Geschicke der Kapelle, seit 2020 ist Armin Keuschnigg der Kapellmeister der TMK Krispl-Gaißau.